Jeder zweite Mittelständler auf EU-Datenschutzgrundverordnung nicht vorbereitet

Ab dem 25.05.2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Dennoch ist jeder zweite Mittelständler nicht auf das neue Datenschutzrecht vorbereitet. Dies zeige eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), teilte der Verband am 18.04.2018 mit.

Kleinstunternehmen am schlechtesten vorbereitet

Laut GDV haben 36% der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von den neuen Regeln noch nicht einmal etwas gehört. Ein Fünftel wisse zwar davon, habe sich aber noch nicht darauf vorbereitet. Nur jeweils 22% der KMU hätten sich auf die neuen Regelungen vorbereitet oder wollten noch Änderungen umsetzen. Je kleiner die Firmen, desto schlechter seien sie vorbereitet: So sei 38% der Kleinstunternehmen mit bis zu neun Beschäftigten nicht bekannt, dass sich das Datenschutzrecht ändert. Weitere 20% von ihnen wüssten das, hätten aber keine Vorkehrungen getroffen. Von den mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten hätten hingegen nur 8% noch nichts unternommen und lediglich 13% nichts von der EU-DSGVO gehört. Dafür seien 77% von ihnen vorbereitet (58%)  oder hätten bereits Anpassungen geplant (19%).

GDV beklagt zu laxen Umgang von KMU mit Datenschutz

„Die Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen nimmt den Datenschutz immer noch auf die leichte Schulter“, sagt Peter Graß, Cyberversicherungsexperte des GDV. So fehlten oft Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen, auch die IT-Technik sei häufig lückenhaft. „Ohne ausreichende Schutzvorkehrungen drohen den Unternehmen hohe wirtschaftliche Schäden, etwa infolge von Cyberangriffen oder aufgrund staatlicher Bußgelder“, mahnt Graß.

Unternehmen beklagen unzureichende Informationen und zu wenig Zeit

Die KMU machten vor allem fehlendes Wissen, zu wenig Zeit und eine geringe Relevanz des Datenschutzes als Gründe für die mangelnde Vorbereitung geltend. 35% der unvorbereiteten Unternehmen hätten angegeben, keine ausreichenden Informationen über die notwendigen Änderungen zu haben. Für 31% habe nach eigenen Angaben bislang die Zeit gefehlt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. 15% der Betriebe wollten erst abwarten, wie sich andere Unternehmen auf die Datenschutzgrundverordnung vorbereiten.

Quelle: Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 18. April 2018

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